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Scouting Sunrise


Die Welt feierte "Scouting's sunrise" - und Dudweiler feierte mit!

Vor 100 Jahren, vom 1. bis 9. August 1907, lud der Lord Robert Baden-Powell 20 Jungen aus unterschiedlichen sozialen Schichten zu einem Zeltlager auf Brownsea Island an der Südküste Englands ein. Das gilt als Geburtstunde von Pfadfinden. Baden-Powell hatte als Soldat die Erfahrung gemacht: Junge Menschen können - im Gegensatz zur damaligen Auffassung - Verantwortung übernehmen. Das Camp mit britischen Jungen bestätigte seine Erfahrungen. Seine Erkenntnisse beschrieb Baden-Powell in seinem Buch "Scouting for boys". Das Buch wurde in kurzer Zeit zum Bestseller - junge Menschen auf der ganzen Welt gründeten Gruppen. Auch Mädchen interessierten sich für die neue Idee:1909 wurden die ersten Pfadfinderinnengruppen gegründet.

Im Jahr 2007 ist es soweit: Die Pfadfinderbewegung feiert weltweit ihren 100. Geburtstag.

Seit 100 Jahren setzen sich Pfadfinderinnen und Pfadfinder weltweit aktiv ein für Frieden und Gerechtigkeit, bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Möglichkeit, Persönlichkeiten zu entwickeln, die "die Welt ein wenig besser verlassen" wollen. Baden-Powell hat drei Grundsätze für Pfadfinderinnen und Pfadfinder festgelegt:

duty to god - sich Gott verpflichtet fühlen,
duty to others - Dienst am Nächsten leisten und
duty to self - sich selbst gegenüber verantwortlich handeln.

Diesen Grundsätzen folgen Pfadfinderinnen und Pfadfinder weltweit. Unterwegs sein und neue Menschen kennen lernen ist ein Teil des Pfadfindens. Abenteuer ist ein Herzstück des Pfadfindens. Pfadfinderinnen und Pfadfinder wagen Neues, entdecken Unbekanntes und probieren Spannendes aus. Bei den Abenteuern im Alltag und im Zeltlager wächst Begeisterung. Die Fähigkeiten und Fertigkeiten jedes Einzelnen sind gefragt. Im Miteinander erlebt jede und jeder, wie wichtig Teamwork ist. Abenteuer und Erlebnis sind IN, in jedem Alter. "Learning by doing": Beobachten und Ausprobieren prägen die Pädagogik des Pfadfindens. Nur wer die Dinge selbst in die Hand nimmt, wer Situationen erlebt, erzielt Lernerfolge. Leiterinnen und Leiter begleiten die Kinder und Jugendlichen. Wichtig ist, dass alle Sinne angesprochen werden. Im Gegensatz zur Schule kommt es nicht darauf an, allein mit dem Kopf zu lernen. Erlebnisse werden durch Reflexion Erfahrungen und vermehren das Wissen. In kleinen Gruppen ist es leichter, alle Gruppenmitglieder intensiv kennen zu lernen, sich mit deren Charakter auseinanderzusetzen und Vertrauen aufzubauen. Die Zusammenarbeit in der Gruppe fördert den Respekt vor Anderen. Im Zusammenspiel kleiner Gruppen und großer Gruppe übernehmen die Kinder und Jugendlichen Pflichten und lernen Verantwortung. Letztlich fördert es, dass Pfadfinderinnen und Pfadfinder zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen. Kinder und Jugendliche entscheiden, was sie wie und wann machen wollen. Sie vertreten ihre Interessen in Versammlungen, in denen die Leitungen der Pfadfinderstämme gewählt werden. Leiterinnen und Leiter helfen dabei, Entscheidungen vorzubereiten und umzusetzen. Kinder und Jugendliche lernen also beim Pfadfinden sehr früh, wie Demokratie funktioniert. Sie lernen, eine Meinung zu bilden, Stellung zu beziehen, Kompromisse zu schließen. Und sie erfahren, dass sie verantwortlich für ihre Entscheidungen sind. Lord Robert Baden-Powell und seine Frau Olave wurden am 22. Februar geboren - er im Jahr 1857, sie im Jahr 1889. Vor allem die Mädchen- und Frauenverbände feiern diesen Tag als "Thinking Day".

Der 22. Februar 2007 bildete den Auftakt zum 100. Jubiläum der Weltpfadfinderbewegung.

Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum war der 1. August 2007: Bei Sonnenaufgang erneuerten alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder ihr Versprechen - weltweit - natürlich auch an zahlreichen Orten im Saarland!
"Scoutings's Sunrise" hieß die Aktion. Kinder, Jugendliche und Erwachsene machten sich in diesem Moment noch einmal bewusst, dass sie zu einer weltweiten Gemeinschaft gehören. Diesen Tag feierten Pfadfinderinnen und Pfadfinder in aller Welt, auch im Saarland, mit vielen Aktionen, denn am 1. August vor 100 Jahren begann Baden-Powell's Zeltlager auf Brownsea Island als Ausgangspunkt der weltweiten Pfadfinderbewegung. Viele saarländische Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) feierten in einem Zeltlager des Diözesanverbandes Trier mit mehreren hundert Teilnehmern bei Ferschweiler. Der DPSG-Bezirk Saarpfalz beobachtete den Sonnenaufgang auf dem Höcher Berg bei Bexbach. Daneben feierten auch einige Stämme im Saarland diesen Geburtstag im Angesicht der aufgehenden Sonne auf einer geographischen Erhebung. So traf sich der DPSG-Stamm St. Bonifatius Dudweiler schon in aller Frühe, um bei den ersten Sonnenstrahlen hoch über Dudweiler seine Versprechen zu erneuern und die erfolgreichen vergangenen hundert Jahre sowie die nächsten hundert Jahre Pfadfinderbewegung zu feiern. In Mondenschein und Morgendämmerung wanderten die Pfadfinder los. Es ging steil bergauf. Aber der Anstieg auf die Hochebene der Bergehalde bei kühlen Temperaturen und das frühe Aufstehen hatten sich gelohnt: Den jungen Wanderern bot sich eine herrlicher Ausblick über den erwachenden Ort bis zum Horizont, an dem sich der Sonnenaufgang durch ein orangerotes Farbenspiel ankündigte. So erinnerte der Beginn dieses Mittwochs einerseits an das Lager auf Brownsea Island, das vor 100 Jahren auch morgens begann, als Baden-Powell ein Horn erschallen lies. Andererseits erinnerte der Beginn eines neuen Tages an den Beginn der weltweiten Pfadfinderbewegung. Gegen 5:46 Uhr, als die Sonne sich zeigte, schallte dann das Pfadfinderversprechen über das Saarland: "Bei meiner Ehre verspreche ich, dass ich mein Bestes tun werde, Gott und meinem Land zu dienen; anderen Menschen jederzeit zu helfen und das Pfadfindergesetz zu befolgen." Das Symbol der Weltpfadfinderbewegung - die weiße Lilie auf violettem Grund - wehte im Wind. Der phantastische Sonnenaufgang am Horizont und das Bewusstsein zu einer weltweiten Gemeinschaft mit über 38 Millionen Mitgliedern, die auch an diesem Morgen ihr Versprechen erneuern, zu gehören, faszinierte. Dieses Erlebnis gab die Zuversicht, gemeinsam das Ziel zu erreichen und "die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als man sie vorgefunden hat"(Baden-Powell; Z.g.). Anschließend wurde gesungen und gefeiert: "Seit 1907 voller Schwung - Pfadfinden ist 100 Jahre jung!" hieß es und die Pfadfinderinnen und Pfadfinder starteten voller Freude ins neue Jahrhundert.

Vom 27. Juli bis 8. August 2007 fand in England das 21. World Scout Jamboree statt. (Baden-Powell nannte ein großes internationales Pfadfinder-Treffen "Jamboree". Der Begriff "Jamboree" kommt aus dem Indianischen und bedeutet: friedliches Zusammentreffen verschiedener Stämme.) Zum 21. World Scout Jamboree sind rund 50.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus mehr als 150 Ländern zusammen gekommen. Im Hylands-Park bei Chelmsford (Essex) erlebten sie die weltweite Gemeinschaft der Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Jubiläumsjahr. Baden-Powell wollte mit Pfadfinden durch weltweite Freundschaft Frieden stiften. Er sagte beim Jamboree 1929: "Ich möchte dringend darum bitten, dass wir unsere Jungen (…) ermutigen, jede Minute der kurzen Zeit zu nutzen, um Bekanntschaften zu machen, die zu Freundschaften mit ihren Pfadfinderbrüdern, ihren künftigen Kameraden in der Welt, werden. Jeder Junge könnte das Jamboree dann mit einer neuen Verantwortung verlassen, nämlich der eines Apostels des Friedens und guten Willens für seinen speziellen Bezirk." Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben seitdem zur Verständigung zwischen den Nationen beigetragen - durch persönliche Kontakte und Beziehungen. Bundespräsident

Horst Köhler hat die Schirmherrschaft für Jubiläumsaktionen der deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder übernommen. Er unterstützt damit die Arbeit des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP), der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) sowie des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Diese vier Verbände leisten als Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände anerkannte Pfadfinderarbeit in Deutschland. Sie sind Mitglieder der Weltverbände WAGGGS und WOSM. Das unterscheidet sie von anderen Pfadfindergruppen in Deutschland. Die World Organization of the Scout Movement (WOSM, Weltorganisation der Pfadfinderbewegung) und die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS, Weltorganisation der Pfadfinderinnenbewegung) vertreten zusammen weltweit mehr als 38 Millionen aktive Pfadfinderinnen und Pfadfinder und bilden somit die bedeutendste Jugendbewegung der Welt. Bis Ende 2007 werden über 500.000.000 Frauen und Männer aus den meisten Ländern und Kulturen der Welt versprochen haben, nach dem Pfadfinderversprechen zu leben. Im Saarland gibt es in über 30 anerkannte Pfadfindergruppen mit über 2000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern.




Weitere Informationen zum 100jährigen Jubiläum der Weltpfadfinderbewegung in 2007 auf www.Scouting100.de oder www.Scout.org.

Infos zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), Stamm St. Bonifatius Dudweiler auf www.dpsg-dudweiler.de.

 

 

 

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