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Ablenkungsmanöver gescheitert ...

"Freibäder bleiben geöffnet" tönte es aus allen Medien, "Sekt trinken statt ins Bürgerhaus kommen" konnte man sogar nachlesen ... aber Pustekuchen, die Dudweiler BürgerInnen sind sich trotz des Teilerfolgs interessiert und engagiert und wollen sich weiterhin wehren ...

16.00 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses Dudweiler ... was eigentlich als kleine Besprechung, wie man eine Bürgerinitative gründen könnte, begonnen hatte, hatte sich dank Internet und der in Dudweiler sehr gut funktionierenden Mundpropaganda zu einem Großereignis gemausert. Etwa 150 Personen, die meisten aus den Dudweiler Stadtteilen, aber auch aus Quierschied, Sulzbach, Altenwald; dazu Vertreter der Presse, der Vereine und der Parteien waren ins Bürgerhaus geeilt. Allein der Vorstand des "Förderverein Freibad Dudweilers e.V." glänzte durch Abwesenheit.

Herr Ulrich Jäckels übernahm freundlicherweise die Moderation und führte durch die zweistündige offene Diskussionsrunde, während Herr Wolfgang Backes das Protokoll fertigte.

Erster Tagesordnungspunkt war die Rechtsform, in der sich Dudweiler wehren soll. Allgemeiner Tenor war, dass er als reine Bürgerinitative auftreten und handeln muss, um den Schwierigkeiten und Kosten der Vereinsgründung aus dem Weg zu gehen.

Für etwas Verwirrung und auch Unmut sorgte ein falsches Wort, der Begriff Überparteilichkeit. Eine Bürgerinitative darf nicht parteilich beeinflusst sein, was natürlich NICHT heißt, dass jemand mit einem Parteibuch gleich welcher Coleur sich nicht engagieren darf ... als Einzelperson. Nachdem dieses kleinen Missverständnis ging es zur unbeliebten, aber notwendigen Frage der Verwaltung.

Aber auch eine Bürgerinitative braucht einen Verwaltungskopf, der Maßnahmen koordiniert, Pläne entwickelt und umsetzt. Nun wurde die Frage ins Plenum gestellt, wer bereit ist, mitzuarbeiten ... und das Wort Arbeit ist hier wörtlich zu nehmen.

Zehn Freiwillige stellten sich kurz vor und wurden mit stürmischen Applaus bestätigt. Harald Groß, Pia Michels, Gaby Günther, Elfriede Junk, Sonja Huppert, Arno Gaber, Siegfried Klein, Ulrich Jäckels, Andreas Emmerich und Wolfgang Backes werden ab der heute die Koordinierung übernehmen. Das Amt des Sprechers nimmt Wolfgang Backes wahr.

Nun nahm die Diskussion ihren Lauf, eine Ideensammlung aus dem Publikum wurde angeregt. Herr Rainer Dorscheid stellte offen das tatsächliche Einsparungspotenzial in Frage, da die spärlichen vorliegenden Zahlen nicht nachvollziehbar seien. Es handelt sich dabei um eine "Rechte Tasche - Linke Tasche" - Rechnung, von der nur eine Tasche berücksichtigt wird. Auch der Sonderstatus Dudweilers mit Kümmerern vor Ort würde genauso viel laufende Personalkosten verursachen wie die Aufrechterhaltung des Status Quo, nur nicht mehr so Bürgerfreundlich. Eine Selbstverwaltung vor Ort, bürgernah und nachvollziehbar, ist kein Sonderstatus Dudweilers, sondern das Prinzip, auf dem die Bundesrepublik beruht (Subsidiaritätsprinzip).

Gespannt folgte das Publikum den Ausführungen Hernn Manfred Pauls, der lange Jahre Schwimmmeister im Freibad Dudweiler war. Er erzählte "als Augenzeuge" von den Umbaumaßnahmen des Bades, die es scheibchenweise unattraktiver gemacht haben. Dem Abriss des Sprungturmes im Freibad; den Umbaumaßnahmen, die aus der 50-Meter-Bahn eine kaum mehr wettkampftaugliche 49,irgendwas Bahn. Auch engagiert in der Albert-Schweitzer-Schule, sagte er, dass dort jedes Jahr 100 bis 150 Kinder das Schwimmen erlernen ... und dort neben dem Dudo-Bad die modernste Schwimmbadwasseraufbereitungstechnik in ganz Deutschland installiert sei. Paul sorgte auch für betroffene Gesichter, den er brachte einen Aspekt zur Sprache, an den noch kaum einer gedacht hatte: Was würde bei einer Freibadschließung mit dem DLRG, den Pfadfindern und dem Männerchor Harmonie geschehen, die in den alten umgebauten Umkleidekabinen des Freibades ihre Vereinsheime haben? Gemeinnützige Vereine vor die Tür setzen?

Aber nicht nur das Freibad ist ein Thema, sondern auch die die anderen Streichpunkte ... Thema Bürgerhaus: Frau Adelheid Lawall vom Seniorenclub erklärte, dass das Bürgerhaus in seiner jetzigen Form für die vielfältigen Aktivitäten der Senioren benötigt wird. Ihr ausdrücklicher Dank galt den der Gastronomie und den Hausmeistern des Bürgerhauses, die Lösungen finden statt Probleme zu schaffen.

Herr Tobias Raab erwähnte auch noch einmal das sogenannte "Hesse-Gutachten", ein von unabhänigen Gutachtern erstelltes Arbeitspapier über die Wirtschaftlichkeit. Darin wird Dudweiler eine "hohe Effiktivität" bescheinigt, alleine dadurch, dass die Wege hier kürzer sind.

Marc Oster, Inhaber einer Metzgerei und Lebensmittelladens in Herrensohr, berichtete über die "Politikverdrossenheit" vieler seiner Kunden. 'Die machen doch eh, was sie wollen' sei der Tenor und dass diese Bürgerinitative ein guter Anfang sei, da sie auch 'Ross und Reiter' nennt.

Dies sind nur Auszüge aus der lebhaften Diskussion, die sich im Bürgerhaus entwickelte. Ein Punkt muss aber noch erwähnt und geklärt werden, nämlich die die Altersstruktur der Teilnehmer. Es wurde bemängelt, dass nur wenige Leute zur Veranstaltung gekommen seien. Gut, das stimmt, aber das heißt noch lange nicht, dass die "jungen Leute" nicht an der Aktion interessiert sind. Mit dem Termin "unter der Woch'" um 16 Uhr fallen viele schon wegen Schule, Nachmittagsbetreuung oder Hausaufgaben aus. Und Untätig ist die Jugend gewiss nicht ... als "modernes Medium" in unserer schnelllebigen Zeit hat sich das Internet als Plattform etabliert ... über 1900 Mitglieder in einer Gruppe eines "Social-Networks" und über 450 Diskussionsbeiträge zeigen wohl, dass die Hauptnutzergruppe des Internets sehr interessiert ist ....

Im Plenum herrschte aber ein Tenor vor ... der von Saarbrücken vorgeworfene Knochen in Form der Freibaderhaltung reicht nicht; die scheibchenweise Vernichtung der Dudweiler Selbstverwaltung und Wir-Gefühls kann nicht durch ablenken durch "juhuu-es-macht-doch-wieder-auf"-Gefühle ... die Streichungspläne, betreffend Sonderstatus, Bürgerhaus, Lehrschwimmbecken, Bauhof, Bibliothek sind nicht vergessen ... und Dudweiler vergißt nicht, auch nicht bei den nächsten Wahlen ...

Gegen 18.00 Uhr endetete die Versammlung, aber die Arbeit für die neu gegründete Leitungsgruppe ging noch weiter ...

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Auch im kleinen Kreis ging die Diskussion hoch her: Erreíchbarkeiten, Verantwortungen und Terminplanungen standen im Mittelpunkt. Organisationstrukturen aus dem Nichts zu schaffen fordert einiges an Aufwand. Einig wurde man sich bei folgendem:

- Die Vereine müssen angesprochen werden. sowohl der Verkehrsverein Dudweiler als auch www.dudweiler-saar.de werden die in Dudweiler vertretenen Vereine ansprechen und Unterschriftenlisten für Ihre Heime, Versammlungen, Trainingsstunden zur Verfügung stellen.

- Bei der Sondersitzung des Bezirksrates am 10.03. soll sich Dudweiler präsentieren. Es handelt sich um eine (für uns relevante) öffentliche Sitzung; d.h. Bezirksbürgermeister Rodermann hat das Hausrecht. Zuschauer werden normalerweise akkzeptiert, auch das aufstellen von Plakaten oder Bannern; aber nicht: Perönliche Verunglimpfungen (mündlich/schriftlich); Trillerpfeifen, und "Tröten", konstante Buhrufe und Wurfgeschosse. Als "mündige Bürger" sollten wir uns auch nicht auf das Niveau begeben, dass der Hausherr von seinem Hausrecht gebrauch macht. An dieser Stelle sei auch noch einmal angemerkt, dass ein Zuschauer auf einer öffentlichen Sitzung des Bezirks- oder Stadtrates keinerlei Rederecht hat und Zwischenrufe nicht toleriert werden.

- Die umliegenden Ortschafte wie Scheidt und Sulzbach müssen mit einbezogen werden.

Es muss weiter gehen mit der Bürgerinitative, Dudweiler hat genug Einschnitte hingenommen.

Die Mitglieder des Leitungsteams erreichen Sie über bid@dudweiler-saar.de

 

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